Engagement / aktives Aktionärstum

Kritische Dialoge führen

Engagement meint die Führung eines kritischen Dialogs mit Unternehmen in Bezug auf deren Nachhaltigkeitswerte.

Die BIB prüft alle eigenen Investitionen dahingehend, ob diese die gestellten Anforderungen an unsere Nachhaltigkeitsdefinition erfüllen. Wenn das nicht der Fall ist, tritt die BIB an die Unternehmen heran, um Verbesserungen zu erreichen. Damit ist „aktives Aktionärstum“ eine logische Ergänzung unseres zweigleisigen Ansatzes aus der Definition von Ausschlusskriterien einerseits und eines best-in-class-Ansatzes andererseits. Wir sind überzeugt, dass die Unternehmen, die eine klare Strategie unter Beachtung ökologischer (environmental), sozialer (social) und Governance-Kriterien verfolgen, langfristig wirtschaftlichen Erfolg haben.

Anlass für die Kontaktaufnahme können sein:

  • Das Unternehmen verfügt (noch) nicht über ein Nachhaltigkeitsrating der Anbieter imug und VigeoEIRIS, sodass wir uns ein eigenes Bild machen möchten.
  • Das Nachhaltigkeitsrating zeigt Kriterien auf, die mit unseren Ansprüchen nicht vereinbar sind.
  • Es gilt auf spezielle (kontroverse) Ereignisse situativ zu reagieren.
  • Kunden der BIB stellen Defizite bei Unternehmen fest. Hier bemühen wir uns, die Kunden durch eigene Aktivitäten zu begleiten.

Verantwortlich für die Kontaktaufnahme ist der Leiter Treasury, der bei Bedarf Kollegen der BIB hinzuzieht.

Mit Greenbonds Klimarisiken begegnen

Die Entwicklung des Marktes für Anleihen, deren Emissionserlöse ökologischen oder sozialen Projekten zugeführt werden (sog. Greenbonds) ist rasant. Die Europäische Investitionsbank (EIB) gilt seit ihrer Debütemission eines Climate Awareness Bonds in 2007 als Pionier. Seitdem hat sich viel getan. Allein in 2017 wurden Greenbonds i.H.v. ca. 163 Mrd. USD emittiert. Ein deutliches Plus von 78% ggü. dem Vorjahr. Für das laufende Kalenderjahr 2018 prognostiziert die Ratingagentur Moody's ein weltweites Emissionsvolumen von 250 Mrd. USD. Gleichzeitig beträgt der Marktanteil von Greenbonds an sämtlichen ausstehenden Emissionen gerade einmal 1,4%. Der Markt für grüne Anleihen etabliert sich zunehmend und ist keine Modeerscheinung mehr. Doch, wie so oft, ist nicht alles Gold was glänzt. Das will heißen: der Begriff des Greenbonds ist nicht geschützt. Für Investoren kommt es daher auf eine genaue Prüfung der Emissionsbedingungen an. Eine gute Orientierung bieten hier die sog. Green Bond Principles als freiwillige Selbstverpflichtung zur grünen Verwendung der erlösten Mittel. Eine Zertifizierung durch die Climate Bonds Inititative (CBI) geht einen Schritt weiter. Die CBI ist eine gemeinnützige Organisation, die Anleihen, deren Emissionserlöse in die Finanzierung regenerativer Energien o.ä. fließen, zertifiziert. Spezialisierte Ratingagenturen stellen Second Party Opinions aus, um die dauerhafte grüne Mittelverwendung zu bestätigen. Die BIB hat sich in ihrer Eigenanlage im Juni 2018 an einer Greenbond Emission der belgischen KBC Group beteiligt, die eine Zertifizierung durch die CBI erhalten hat. Die erlösten Mittel fließen in Finanzierungen von ökologisch verantwortlichen Projekten. Die Emittentin wird während der gesamten Anleihenlaufzeit eine Berichterstattung über die Mittelverwendung sicherstellen. Um dem Klimawandel zu begegnen, müssen Kapitalmarktteilnehmer gezielt Kapital in entsprechende Projekte lenken. Die BIB ist sich auch hier ihrer Verantwortung bewusst.

(06/2018)

BIB verkauft Anleihen der Rabobank

BIB verfolgt einen klaren, nachhaltigen Investmentprozess und verkauft Anleihen der Rabobank

Die BIB wendet bei der Anlage bankeigenen Kapitals seit vielen Jahren Nachhaltigkeitskriterien an und beobachtet die Entwicklungen dieser eigenen Investments sorgsam. Im März 2017 wurde im Zuge einer turnusmäßigen Überprüfung der eigenen Investments festgestellt, dass sich das Nachhaltigkeitsrating der Rabobank verschlechtert hat und Investments in dieses Institut nicht mehr mit den Ansprüchen der BIB vereinbar sind. Verstöße gegen unsere Nachhaltigkeitskriterien stellten wir insbesondere im Bereich der Menschenrechte fest, da wir Kenntnis davon erlangt haben, dass die Rabobank Unternehmen Kredite gewährt, deren Geschäftsaktivitäten diesbezüglich kritisch einzustufen sind. Dem FairBanking-Prinzip folgend, hat die BIB zunächst zweimal versucht einen persönlichen Kontakt zur Rabobank herzustellen. Nachdem nun beide Gesprächsversuche mangels Bereitschaft der Rabobank gescheitert sind, beschloss der Vorstand der BIB nun sämtliche Rabobank-Investments zu liquidieren. Wir selbst bewerten diesen Schritt als Ausdruck unserer Prinzipientreue und als Beweis für einen ehrlichen Umgang mit unseren Mitgliedern und Kunden.

(06/2017)

BIB investiert in „grünes“ Schuldscheindarlehen der Acciona S.A.

Die BIB investiert fünf Millionen Euro in ein „grünes“ Schuldscheindarlehen der spanischen Acciona S.A., die zu den Marktführern für die Entwicklung und Verwaltung Erneuerbarer Energien, Infrastruktur und Wasserwirtschaft gehört.

In den vergangenen Jahren hat sich Acciona S.A. beeindruckend zu einem Vorreiter für die Entwicklung von Technologien zur Generierung Erneuerbarer Energien entwickelt.

Mit dem Emissionserlös der jüngsten Schuldscheindarlehen werden eine Photovoltaikanlage und ein Windpark in Chile finanziert.

Die BIB ist überzeugt: Die Resultate der diesjährigen Klimakonferenz in Paris verbessern die ohnehin schon günstigen Rahmenbedingungen für den Erneuerbare Energien Sektor. Dieses Investment beweist, dass Nachhaltigkeit und Rendite gut miteinander vereinbar sind.

(11/2016)